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Herzinfarkt – Kohlenhydrate »schlimmer« als gesättigte Fettsäuren

Herzinfarkt – Kohlenhydrate »schlimmer« als gesättigte Fettsäuren. Bild: PAGE werbungmarketing.designLOGInews, 072010. – Im Streit um die Frage, welche Ernährung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Übergewicht schützt, zeichnet sich die lang ersehnte Wende ab. Darauf deutet ein Editorial des Harvard-Forschers Frank Hu hin, veröffentlicht im renommierten American Journal of Clinical Nutrition. Darin findet sich eine ganze Reihe von belastbaren Hinweisen, die aufzeigen, wie kontraproduktiv die Ernährungsberatung nach den DGE-Regeln ist.
Frank Hu ist nicht irgendwer. Er arbeitet und forscht an der Harvard Medical School in Boston und ist unter anderem an der Nurses Health Studie beteiligt. In seinem Editorial widmet er sich der Frage, ob raffinierte Kohlenhydrate schlimmer für die Gesundheit sind als gesättigte Fettsäuren. Anlass ist die Studie einer dänischen Arbeitsgruppe, die im Rahmen einer Modellrechnung untersucht hatte, wie sich das Herzinfarktrisiko bei rund 54.000 Dänen ändern würde, wenn sie einen Teil der gesättigten Fette durch Kohlenhydrate ersetzen würden, so wie es jahrzehntelang zur Infarktprophylaxe empfohlen wurde.
Ergebnis der theoretischen Berechnungen: Werden fünf Prozent der gesättigten Fette durch hoch glykämische Kohlenhydrate ersetzt, steigt das relative Infarktrisiko signifikant um 33 Prozent. Die Autoren betonen zwar auch, dass der Austausch durch niederglykämische Kohlenhydrate das Risiko senken würde, der Effekt war jedoch nicht signifikant.
Dazu schreibt Hu, angesichts dieser und anderer Studien sowie aufgrund der steigenden Zahl von Adipösen und Typ-2-Diabetikern sei es »nötig, das dominierende Diät-Herzinfarkt-Paradigma sowie die damit verbundenen Ernährungsempfehlungen zu überdenken, insbesondere die Strategie, Fette beziehungsweise gesättigte Fettsäuren durch Kohlenhydrate zu ersetzen«. Zwar habe man komplexe Kohlenhydrate lange für gesund gehalten, doch würden viele komplexe Kohlenhydrate, wie etwa Weißbrot, höhere glykämische Reaktionen hervorrufen als einfache Zucker. »Daher ist der Begriff komplexe Kohlenhydrate nicht geeignet, um die Qualität von Kohlenhydraten zu beschreiben.«
Sinnvoller seien der Ballaststoffgehalt, der glykämische Index und die glykämische Last. Angesichts der Tatsache, dass die meisten in westlichen Ländern verzehrten Kohlenhydrate hoch glykämisch sind (Weißbrot, Gebäck, süße Getränke) und angesichts der Diabetes- und Adipositasepidemie »sollte es oberste Priorität im öffentlichen Gesundheitswesen haben, den Verzehr raffinierter Kohlenhydrate zu senken«. Am besten sei, man ersetzt sie durch ungesättigte Fettsäuren und gesunde Proteine – die LOGIMethode lässt herzlich grüßen.


Quelle

 

Hu, Frank: Are refined carbohydrates worse than saturated fats? American Journal of Clinical Nutrition 2010; 91: Seiten 1541 bis 1542. Und Jakobsen, M. U. et al: Intake of carbohydrates compared with intake of saturated fatty acids and risk of myocardial infarction: importance of glycemic index. American Journal of Clinical Nutrition 2010; 91: Seiten 1764 bis 1768

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